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  • Derivate: Chance oder Risiko?

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    In der Finanzwelt hört man beinahe täglich die Bezeichnung Derivat. Als Privatperson hat man auf dem ersten Blick nur sehr wenig mit diesen Begriff / Produkt zu tun – man glaubt es zumindest.

    Als weitläufigste Erklärung kann man Derivate als Finanzinstrumente ansehen mit denen man auf alles spekulieren / wetten kann. Diese Spekulation kann jedoch auch sinnvolle Zwecke, wie zum Beispiel Preis- / Kursabsicherungen mit sich bringen. Wie Derivate eingesetzt werden ist immer vom Anwender abhängig.

    Betrachtet man den globalen Derivatemarkt, wird man schnell feststellen, dass hier etwas Gefährliches entstehen kann. Sein Volumen ist schätzungsweise 10 mal größer als das gesamte Welt BIP. Es hätte unvorstellbare Folgen, wenn solch ein Markt aus dem Gleichgewicht geraten würde.

    Doch was sind Derivate überhaupt? Welche Bedeutung besitzen sie? Wo sind deren Grenzen und Risiken? Diese Fragen werden anhand dieser Homepage versucht zu erklären. Erst nachdem man sich selbst ein Bild über Derivate gemacht hat, kann man darüber Urteilen ob man diese als Chance oder Gefahr ansieht. 


  • Derivatebombe

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    In den Medien hört man immer öfters den Begriff Derivateblase oder tickende Derivateblase. Hier wird vor allem das immense Volumen des Derivatemarktes kritisch betrachtet. Offizielle Zahlen über die Größe des Derivatemarktes gibt es nicht. Dies liegt vor allem daran, dass ein Großteil der Derivate, vor allem jener welcher unter den Banken selbst gehandelt wird, OTC (over the counter) gehandelt wird. Laut mehreren unterschiedlichen Schätzungen, wo jedoch sehr fraglich ist ob diese stimmen, dürfte der globale Derivatemarkt eine Größe von 600 – 900 Billionen USD haben. Betrachtet man diese unvorstellbare Summe wird man schnell feststellen, dass eine Vorstellungskraft für diese Summe beinahe unmöglich ist. Am einfachsten versteht man diese, wenn man sie ins Verhältnis zu anderen Werten setzt: so würde der Derivatemarkt ungefähr 40-60 mal größer als die jährliche Wirtschaftsleistung der USA sein, oder 8 – 12 mal größer als die gesamte jährliche Wirtschaftsleistung der gesamten Welt. Würde man alle Volumina der Aktien- und Anleihenmärkte zusammenrechnen, käme man auch nur auf einen Bruchteil der Größe des Derivatemarktes.

    Doch was macht diesen Markt so gefährlich. Bei den kritischen Meinungen wird immer das Zinsrisiko angesprochen. Schätzungsweise dürften es sich bei über der Hälfte der Derivaten um Zinsderivate handeln. Da aktuell ein Niedrigzinsniveau herrscht ist es legitim, dass viele versuchen dieses längerfristig abzusichern. Das Risiko eines Anstieges lässt sich der Derivateemittent hierbei über die Kosten für das Derivat ausbezahlen. Das Zinsrisiko ist in den vergangenen Jahren jedoch ein unberechenbares Risiko geworden. Viele Kritiker gehen davon aus, dass im Falle eines starken Zinsanstieges der gesamte Derivatemarkt zusammenbrechen kann. Die Emittenten können ihre Verpflichtungen nicht mehr halten. Tritt dies ein, kann bereits die Zahlungsunfähigkeit eines großen Marktteilnehmers, das gesamte wirtschaftliche „Kartenhaus“ zusammen brechen lassen. Je größer der Derivatemarkt wird, desto größer wird diese Gefahr. Vor allem die unregulierten Derivategeschäfte, welche OTC gehandelt werden, stellen hierbei einen Gefahrenfaktor dar.