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  • Derivate: Chance oder Risiko?

    In der Finanzwelt hört man beinahe täglich die Bezeichnung Derivat. Als Privatperson hat man auf dem ersten Blick nur sehr wenig mit diesen Begriff / Produkt zu tun – man glaubt es zumindest.

    Als weitläufigste Erklärung kann man Derivate als Finanzinstrumente ansehen mit denen man auf alles spekulieren / wetten kann. Diese Spekulation kann jedoch auch sinnvolle Zwecke, wie zum Beispiel Preis- / Kursabsicherungen mit sich bringen. Wie Derivate eingesetzt werden ist immer vom Anwender abhängig.

    Betrachtet man den globalen Derivatemarkt, wird man schnell feststellen, dass hier etwas Gefährliches entstehen kann. Sein Volumen ist schätzungsweise 10 mal größer als das gesamte Welt BIP. Es hätte unvorstellbare Folgen, wenn solch ein Markt aus dem Gleichgewicht geraten würde.

    Doch was sind Derivate überhaupt? Welche Bedeutung besitzen sie? Wo sind deren Grenzen und Risiken? Diese Fragen werden anhand dieser Homepage versucht zu erklären. Erst nachdem man sich selbst ein Bild über Derivate gemacht hat, kann man darüber Urteilen ob man diese als Chance oder Gefahr ansieht. 


  • Derivate Definition

    Die Bezeichnung Derivat leitet sich vom lateinischen Wort derivare ab. Übersetzt bedeutet dies ableiten. Aufgrund dieser Übersetzung kann man einfach auf die Bedeutung von derivativen Wertpapieren kommen. Diese leiten ihren Wert von einem anderen Basiswert ab. Als Basiswerte können unterschiedliche Instrumente in Frage kommen. Vor allem auf Aktien, Anleihen, Zinsen, Rohstoffe wird hierbei gerne zurück gegriffen. Derivate stellen in der Regel Termingeschäfte dar. Dies bedeutet, dass ein Derivat lediglich auf Vertragsinhalten beruht, welche der Regel die Bedingungen (Zeitpunkt, Menge, Qualität, Preis) einer Ware / des Basispreises festlegen.

    Wie die Definition von Derivaten bereits erahnen lässt, können diese vielfältig eingesetzt werden. Dem Einsatz sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Vor allem im Bereich der Risikoabsicherung und des Tradings kommt den Derivaten eine große Bedeutung zu.

    Im Bereich der Risikoabsicherung kann man Derivate als eine Art Versicherung ansehen. Man kann sich beinahe gegen jedes Risiko mithilfe von ihnen absichern. Ein einfaches Beispiel wäre hierbei ein Rohstoffunternehmen, welches Silber abbaut. Aktuell würden die gesamten Förderkosten 20 USD betragen, der Silberpreis steht bei 30 USD. Das Unternehmen hat Angst, dass der Silberpreis im nächsten Jahr stark fällt, aus diesem Grund sichert es sich den Preis ab. In der Regel wird so eine Absicherung verhältnismäßig nicht viel kosten. Ob man diese dann in Absicherung in Anspruch nimmt ist die Frage zu einem späteren Zeitpunkt. Das Risiko, dass man im nächsten Jahr unprofitabel produziert wurde hierbei ausgeschaltet. Die Risikoabsicherung stellt den herkömmlichen Sinn für die Anwendung von Derivaten dar.

    Der zweite große Bereich, wo Derivate eingesetzt werden ist das Trading / die Spekulation. Mithilfe von Derivaten kann man auf alles „wetten“. Im Gegensatz zur Risikoabsicherung besitzt der Trader in der Regel den Basiswert nicht. Er investiert in die Derivate lediglich aufgrund seiner Erwartungen bzw. stellen Derivate eine günstige Alternative zu einer direkten Basiswertinvestition dar. Zum Beispiel kann man auf die Kursentwicklung von Rohstoffen, kann man dadurch einfach spekulieren ohne diese wirklich besitzen zu müssen.